Öffentlichkeitsbeteiligung zur Fortschreibung des Nationalen Radverkehrsplans

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) hat eine breit angelegte Öffentlichkeitsbeteiligung zur Fortschreibung des Nationalen Radverkehrsplans (NRVP) gestartet. Der bestehende NRVP aus dem Jahr 2013 beschreibt die politischen Ziele und Prioritäten der nationalen Radverkehrspolitik bis 2020 und soll bis 2030 fortgeschrieben werden. Die Onlinebeteiligung ist bis zum 30. Juni unter der Adresse http://www.zukunft-radverkehr.bmvi.de möglich.

Mit dem derzeitigen Nationalen Radverkehrsplan (NRVP) hat die Bundesregierung 2013 die strategischen Leitlinien und Prioritäten der nationalen Radverkehrspolitik bis 2020 für insgesamt neun Handlungsfeldern definiert (Radverkehrsplanung, Infrastruktur, Verkehrssicherheit, Kommunikation, Fahrradtourismus, Elektromobilität, Multimodalität, Verkehrserziehung, Qualitätssicherung). Sie hat sich dabei einer Spannbreite möglicher Maßnahmen zur Stärkung des Radverkehrs gewidmet und für alle Akteursebenen (unverbindliche) Handlungsempfehlungen formuliert. Parallel hat der Bund ein Förderprogramm etabliert, das die Umsetzung des NRVP durch die Förderung innovativer, vornehmlich nicht-investiver Maßnahmen unterstützen soll. Beide sollen evaluiert und fortgeschrieben werden.

Zu den von Bundesverkehrsminister Scheuer auf dem Nationalen Radverkehrskongress in Dresden vorgestellten acht Leitzielen für die Erstellung des neuen Nationalen Radverkehrsplans (NRVP), der die Leitlinien der nationalen Radverkehrspolitik bis 2030 fortschreiben soll, hat das BMVI nun ein Onlinebeteiligungsverfahren gestartet.

Die Leitziele sind:

Ziel 1: Lückenloser Radverkehr in Deutschland
Eine zum Radfahren motivierende Infrastruktur ist in allen Regionen der entscheidende Schlüssel für die Höhe des Radverkehrsanteils und wird von den Radfahrenden immer stärker eingefordert. Durch eine attraktive Infrastruktur – bestehend aus gut ausgebauten Radwegen und Kreuzungen sowie Park-Infrastruktur und Sharing-Systemen – werden die umfassenden Potenziale des Radverkehrs genutzt, Konflikte unter den Verkehrsteilnehmern verringert und das Verkehrssystem als Ganzes optimiert.

• Ziel 2: „Vision Zero“ im Radverkehr
Alle Altersgruppen, von Kindern bis Senioren, sollen in Deutschland sicher Fahrrad fahren. Das zeigt sich sowohl in der objektiven Sicherheit als auch durch das subjektive Sicherheitsempfinden. Alltagstauglichkeit und individueller Spaß am Radfahren werden ebenso gestärkt wie die Bedeutung des Fahrrads als alltägliches Verkehrsmittel.

• Ziel 3: Urbaner Lastenverkehr wird Radverkehr
Intelligente City-Logistik bedeutet eine immer stärkere Einbeziehung des Fahrrads. Das (Lasten-)Fahrrad schöpft seine Potenziale in der Lieferkette voll aus und sorgt für eine emissionsfreie Zustellung auf der letzten Meile.

• Ziel 4: Deutschland wird Fahrradpendlerland
Das Fahrrad wird das Verkehrsmittel der Wahl im Berufsverkehr. Sowohl der tägliche Arbeitsweg als auch Dienstwege während der Arbeitszeit werden bevorzugt mit dem Fahrrad zurückgelegt.

• Ziel 5: Deutschland wird Fahrradstandort
Das Image sowie das Wissen über das Fahrrad und den Radverkehr werden sowohl in der Gesellschaft als auch in der Fachöffentlichkeit verbessert. Daraus entstehen Innovations- und Wirtschaftspotenziale, die konsequent genutzt und gefördert werden.

• Ziel 6: Radverkehr wird intelligent, smart und vernetzt
Digitalisierung treibt Innovation – auch im Radverkehr. Daten ermöglichen eine passgenaue Planung von Infrastruktur und Verkehrssteuerung, optimieren die Vernetzung zwischen verschiedenen Mobilitätsangeboten und machen Radfahren schneller, sicherer und attraktiver.

• Ziel 7: Radverkehr erobert Stadt und Land
Durch attraktive öffentliche Räume mit passenden Angeboten für den Radverkehr in der Stadt und auf dem Land werden Lebens- und Aufenthaltsqualität verbessert und Bewohnerinnen und Bewohner zur aktiven Bewegung motiviert. So entstehen lebendige und attraktive Städte und Regionen.

• Ziel 8: Das Fahrrad im Zentrum moderner Mobilitätssysteme
Durch schlanke Prozesse und effektive Förderungen in Politik und Planung wird Radverkehr als zentraler Bestandteil nachhaltiger Mobilität ambitioniert vorangetrieben. Gesellschaft und Fachakteure werden aktiv in den Prozess eingebunden und so bedarfsgerechte Lösungen erarbeitet.

Die Online-Beteiligung umfasst eine Abstimmung über die drei wichtigsten der vorstehenden Leitziele und eine zwölfteilige Umfrage und enthält zudem eine „Ideenbox“ für die Sammlung von Ideen.

Die Onlinebeteiligung ist bis 30. Juni unter http://www.zukunft-radverkehr.bmvi.de  möglich.

 

 




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Stand: 06/16/2019
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